GAV der Freiburger Forstwirtschaft

Vertragsdaten
Gesamtarbeitsvertrag: ab 01.01.2017
Allgemeinverbindlicherklärung: ab 01.04.2018 bis 31.12.2021
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Löhne / Mindestlöhne
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Mindestlöhne ab 1. Januar 2018 (per 1. April 2018 allgemeinverbindlich erklärt):
LohnkategorieFunktionMindeststundenlohnMindestmontslohn
AForstarbeiter ohne EFZCHF 22.--CHF 4004.--
BForstwart mit EFZCHF 23.50CHF 4277.--
CSpezialist/ Maschinist mit FachausweisCHF 26.70CHF 4859.40
DVorarbeiter mit FachausweisCHF 29.20CHF 5314.40
EBetriebsleiter/ Förster mit HF-AbschlussCHF 34.90CHF 6351.80

Zusatzvereinbarung 2018
13. Monatslohn
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Der Mitarbeiter hat Anspruch auf einen 13. Monatslohn. Dieser beträgt 8,33% des Bruttolohnes pro rata temporis. Er wird pro Kalenderjahr ausbezahlt.

Artikel 22
Spesenentschädigung
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Die dem Angestellten in Ausübung seiner Tätigkeit entstandenen Spesen werden ihm vollumfänglich rückerstattet. Insbesondere die Auslagen für Werkzeuge, Ausrüstung und das Privatfahrzeug.

Steht dem Arbeitnehmer ab Stützpunkt oder Sammelplatz bis zur Arbeitsstelle kein Firmenfahrzeug zur Verfügung, so kann er, mit der Zustimmung des Arbeitgebers, sein Privatfahrzeug benützen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die entstandenen Kosten für die Nutzung des Privatfahrzeugs bezahlen.

Falls Angestellte ausserhalb ihres im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitsorts Arbeiten ausführen und die Entfernung zwischen diesem und dem Wohnort über 4 km beträgt oder die Fahrtzeit über 20 Minuten (Hin- und Rückfahrt) dauert, haben sie Anspruch auf eine Mahlzeitenentschädigung. Der Gruppenleiter entscheidet über Ausnahmen aus betrieblichen Gründen.

BetreffBetrag
Kilometerentschädigung CHF 0.80/ km
Verpflegungsentschädigung CHF 16.--/ Mahlzeit

Artikel 25, 26 und Anhang
Nachtarbeit / Wochenendarbeit / Abendarbeit
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Art der ArbeitZuschlag
Nachtarbeit (zwischen 23 und 6Uhr) 25%
Sonntag oder Feiertag50%

Artikel 14.3
Normalarbeitszeit
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Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 42 Stunden, verteilt auf fünf Tage. Sie muss im jährlichen Durchschnitt eingehalten werden (Jahresarbeitszeit).

Artikel 10
Überstunden / Überzeit
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Überstunden:
Überstunden sind die vom Vorgesetzten angeordneten oder mit seinem Einverständnis erbrachten Stunden, die die normale wöchentliche Sollarbeitszeit(42-Stunden-Woche) übersteigen. Die Überstunden werden durch Freizeit gleicher Dauer kompensiert. Konnte innerhalb von 12 Monaten keine Kompensation vorgenommen werden, muss der Überstundensaldo innerhalb von 3 Monaten ausbezahlt werden.

Überzeit:
Die Jahresarbeitszeit erlaubt, dass die Wochenarbeitszeit von 42 Stunden (gem. Art. 10.1) mit bis zu 84 Über- und 42 Minusstunden über- oder unterschritten werden kann. Der Arbeitgeber kontrolliert den Stundensaldo am 31. Dezember. Sollte zu diesem Zeitpunkt die maximale Grenze von 84 Stunden überschritten sein, müssen diese Mehrstunden im gegenseitigen Einvernehmen durch Freizeit ausgeglichen oder andernfalls mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt werden

Zur Information:
Nur Vorgesetzte sind berechtigt, Überstundenarbeit zu bewilligen. Die auf eigene Initiative erbrachten Überstunden, unabhängig vom Zeitpunkt, geben in keinem Fall Anspruch auf Abgeltung.

Artikel 11, 13 und 14
Ferien
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AlterskategorieAnzahl Ferientage
bis zum 20. Altersjahr25 Arbeitstage
bis zum 50. Altersjahr25 Arbeitstage
nach dem 50. Altersjahr30 Arbeitstage

Der Feriensaldo muss jeden Monat auf der Lohnabrechnung ersichtlich sein.

Bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit werden die Ferien ausgesetzt und können wieder aufgenommen werden, sofern die Arbeitsunfähigkeit ärztlich attestiert wird.

Artikel 17
Bezahlte arbeitsfreie Tage (Absenzen)
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AnlassBezahlte Tage
Heirat des Mitarbeiters1 Tag
Geburt eigener Kinder 2 Tage
Tod des Ehegatten, eigener Kinder3 Tage
Tod eines Elternteils oder der Schwiegereltern, von Geschwistern oder Grosseltern2 Tage
Beerdigung von Verwandten, eines Arbeitskollegen, mit dem der Mitarbeiter eine enge Beziehung pflegte1/2 Tag

Mit Ausnahme der eigenen Heirat und der Geburt eigener Kinder darf der Mitarbeiter den Kurzurlaub ausschliesslich an den darauffolgenden Tagen nach Eintreten des Ereignisses beziehen.

Artikel 19
Bezahlte Feiertage
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Die Angestellten haben jährlich Anspruch auf folgende 9 bezahlte Feiertage, wenn sie auf einen Arbeitstag fallen. Wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt, kann die paritätische Berufskommission am Jahresanfang einen Ersatzfeiertag festlegen.

Feiertage: Karfreitag, Auffahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 1. August, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Mariä Empfängnis und Weihnachten.

Für den reformierten Teil des Kantons können die Arbeitgeber die beiden katholischen Feiertage (Fronleichnam und Allerheiligen) durch zwei andere übliche Feiertage ersetzen.

Die Angestellten erhalten eine Entschädigung, die dem effektiven Lohnausfall entspricht. Die Arbeitnehmer, die für den 1. Mai Urlaub beantragen, erhalten diesen Tag, jedoch muss der Arbeitgeber diesen nicht bezahlen.

Artikel 16
Bildungsurlaub
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Alle Angestellten müssen die Möglichkeit haben, berufliche Weiterbildungskurse zu besuchen, sofern diese relevant für die Ausübung ihres Berufes sind. Die Arbeitgeber und die Angestellten vereinbaren zusammen die Dauer, den Zeitpunkt und die Finanzierungsmodalitäten dieser Kurse.

Artikel 9
Militär- / Zivil- / Zivilschutzdienst
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Der Mitarbeiter hat Anspruch auf 100% des Lohnes während den Wiederholungskursen. Die Erwerbsausfallentschädigung wird dem Arbeitgeber überwiesen.

Muss eine Dienstperiode auf Verlangen des Arbeitgebers verschoben oder annulliert werden, übernimmt der Arbeitgeber die Zahlung des Militärpflichtersatzes. Im Falle einer Rückerstattung muss dem Arbeitgeber der Militärpflichtersatz zurückgezahlt werden. Beim Austritt aus der Firma wird dieser Betrag bei der letzten Lohnzahlung in Abzug gebracht.

Artikel 35
Unfall
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Bei Krankheit oder Unfall muss der Mitarbeiter ab dem dritten Abwesenheitstag ein Arztzeugnis vorweisen.

Artikel 6
Krankheit
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Krankheit:
Der Arbeitgeber verpflichtet sich, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, welche im Falle von Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit ab dem 1. Tag Taggelder (Lohnausfall) in der Höhe von 80% des normalen Bruttolohnes gemäss vertraglicher Arbeitszeit ausrichtet. Die Versicherungsleistungen werden während maximal 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen ausgerichtet.

Die Prämien der Krankentaggeldversicherung werden vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte getragen.

Bei Krankheit oder Unfall muss der Mitarbeiter ab dem dritten Abwesenheitstag ein Arztzeugnis vorweisen.

Artikel 6, 32
Vollzugsbeiträge / Weiterbildungsbeiträge
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Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer leisten Vollzugskosten- und Weiterbildungsbeiträge.

WerBeitrag
ArbeitnehmendeCHF 25.--/Monat
ArbeitgeberCHF 25.--/Monat und Angestellten


Artikel 36
Kündigungsfrist
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DienstjahrKündigungsfrist
Während der Probezeit7 Tage (auf Ende der Woche)
Im 1. Dienstjahr1 Monat (Auf ende des Monats)
im 2. bis und mit dem 9. Dienstjahr2 Monate (Auf ende des Monats)
Ab dem 10. Dienstjahr3 Monate (Auf ende des Monats)

In allen Fällen muss die Kündigung mit eingeschriebenem Brief geschickt werden.

Artikel 28
Friedenspflicht
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Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer verzichten während der ganzen Dauer dieses Vertrags auf jegliche Zwangsmittel wie namentlich Streik, Arbeitsniederlegung oder Aussperrung, unabhängig vom verfolgten Ziel.

Artbeitsfrieden
Schlichtungsverfahren
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{nonave}|Stufe|Zuständige Institution| |1. Stufe|Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) des Kantons Freiburg| |2. Stufe|kantonalen Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten| *Artikel 38* {/nonave}
Freistellung für Verbandstätigkeit
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Dem Mitarbeiter kann unbezahlter Urlaub gewährt werden, falls es die betrieblichen Verhältnisse zulassen; er muss mit dem Arbeitgeber ausgehandelt und in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden.

Folgende Absenzen werden als unbezahlter Urlaub angesehen: Verpflichtungen in Vereins- und Berufsverbänden bis zu 5 Tagen.

Artikel 20
Arbeitnehmervertretung
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Freiburger Forstpersonal (FFP)
Syna-Die Gewerkschaft
Arbeitgebervertretung
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Westschweizer Vereinigung der Forstunternehmer (AREF)
WaldFreiburg
Aufgaben paritätische Organe
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Die PBK hat insbesondere folgende Aufgaben:
- die Kontrolle der GAV-Anwendung
- die GAV-Auslegung
- das Aussprechen von Strafen bei Nichteinhaltung des GAV
- das Inkasso der Vollzugskostenbeiträge
- die Vermittlung bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Artikel 37.4
Folge bei Vertragsverletzung
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Die Kosten der durch die PBK ausgeführten Kontrollen können im Falle von erwiesenen Verstössen oder Nichteinhaltung des GAV auf die kontrollierten Unternehmen überwälzt werden.

Die PBK ist befugt, ihre Rechte gerichtlich durchzusetzen.

Sollte die PBK eine Verletzung der GAV-Bestimmungen feststellen, kann sie dem schuldigen Arbeitgeber oder Arbeitnehmer eine Konventionalstrafe auferlegen. Diese Strafe kann bis zu CHF 1000.00 betragen. Bei wiederholter Verletzung kann die Konventionalstrafe bis zu CHF 2000.00 betragen. Bei leichtem Verschulden kann die PBK auf die Konventionalstrafe verzichten und lediglich eine Verwarnung aussprechen.

Ausgenommen davon sind Fälle, in denen der entstandene Schaden höher ist als der im GAV festgelegte Maximalbetrag. In solchen Fällen kann die verantwortliche Kommission vom im GAV festgelegten Maximalbetrag gemäss Artikel 37.7 bis zu einem Betrag von maximal CHF 20 000.00 abweichen.

Administrativkosten werden erhoben, wenn die kontrollierten Unternehmen oder Arbeitnehmer gegen Vertragsbedingungen verstossen haben. Wenn das Unternehmen die verlangten Korrekturen vornimmt, verzichtet die verantwortliche Kommission auf die Administrativkosten. Ausgenommen hiervon sind Wiederholungsfälle.

Artikel 37
Allgemeinverbindlich erklärter persönlicher Geltungsbereich
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Arbeitnehmenden, die bei diesen Arbeitgebern beschäftigt sind, und dies unabhängig von der Art der Entlöhnung; ausgenommen sind die Lehrlinge.

Allgemeinverbindlicherklärung: Artikel 3.2
Persönlicher Geltungsbereich
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Gilt für sämtliche Arbeitnehmer die hauptsächlich oder nebenbei Arbeiten im Dienste der Waldwirtschaft verrichten oder verrichten lassen, sowie für alle Angestellten dieser Unternehmungen. Die Bestimmungen dieses Gesamtarbeitsvertrags gelten ebenfalls für Temporär- und Personalverleihunternehmungen.

Ausgenommen sind:
- Mitarbeitende, die dem Gesetz über das Staatspersonals (stPG) des Kantons Freiburg unterstehen
- Lernende

I. Geltungsbereich
Allgemeinverbindlich erklärter örtlicher Geltungsbereich
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Gilt für das gesamte Freiburger Kantonsgebiet.

Allgemeinverbindlicherklärtung: Artikel 2
Betrieblicher Geltungsbereich
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Gilt für sämtliche Betriebe und Betriebsteile, die hauptsächlich oder nebenbei Arbeiten im Dienste der Waldwirtschaft verrichten oder verrichten lassen.

I. Geltungsbereich
Örtlicher Geltungsbereich
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Gilt für den Kanton Freiburg
Allgemeinverbindlich erklärter betrieblicher Geltungsbereich
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Gilt für alle Arbeitgeber (Betriebe und Betriebsteile), die Forstarbeiten auf dem Freiburger Kantonsgebiet ausführen.

Allgemeinverbindlicherklärung: Artikel 3.1
Automatische Vertragsverlängerung / Verlängerungsklausel
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Der GAV kann sechs Monate vor Ablauf per eingeschriebenem Brief von beiden Vertragsparteien gekündigt werden. Wird der GAV nicht von einer Vertragspartei gekündigt, verlängert er sich stillschweigend um ein weiteres Jahr.

Artikel 39
Kontakt paritätische Organe
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Paritätische Berufskommission vom
Gesamtarbeitsvertrag der Freiburger Forstwirtschaft
c/o Syna
Rte du Petit-Moncor 1a
Case postale 43
1752 Villars-sur-Glâne 1
026 409 78 29
Archivierte Versionen
Edition Publiziert auf gavservice.ch am: Gültigkeit
1.10174 01.01.2017 13.07.2020
1.10174 01.01.2017 15.06.2021
1.9888 01.01.2017 03.06.2020
1.9561 01.01.2017 28.03.2018
1.8402 01.01.2017 01.01.2017